Der Islam, Europa und "wir"

Selbst- und Fremdzuschreibungen zwischen Europa und "dem Orient"

Thema

Mit dem Islam und dem "Orient" verbinden sich viele Klischees – zum Beispiel in den Medien, in der Literatur, aber auch in Schulbüchern. Dieses Modul geht der Geschichte dieser Bilder nach und fragt nach dem Zusammenhang von Selbst- und Fremdwahrnehmungen am Beispiel europäischer Darstellungen des Islam und des "Orients". Dabei werden sowohl populärkulturelle als auch wissenschaftliche Medien herangezogen, um der Genese und Aktualität dieser Bilder nachzugehen.

.................................................................................................................. Letzte Aktualisierung: 07.03.2017

Lehrplanbezug

Das Osmanische Reich: Die Osmanen aus der Sicht der Europäer; Migrationen (religiöse Ursachen); Imperialismus; Kirche und Kirchenreform im späten Mittelalter; Begegnung von Christen und Muslimen im Mittelalter

Didaktische Perspektive

Die Auseinandersetzung mit dem Fremden und dem Anderen stellt eine zentrale Aufgabe historischen Lernens in der Schule dar. Über die Konstruktion vom Fremdbildern wird das Andere vom oft unausgesprochenen "Eigenen" (der "eigenen" Subjektivität, aber auch der "eigenen" Kultur) angegrenzt. Konstruktionsprozesse des Anderen und des Eigenen – insbesondere im Hinblick auf den Islam – haben eine historische Dimension, in der sich Kontinuität und Wandel solcher Prozesse zeigt, in der aber auch die Perspektive des Eurozentrismus in seinen historisch jeweils unterschiedlichen Facetten deutlich wird. Diese Denk- und Wahrnehmungsweise – beschrieben im Begriff des Orientalismus – zeigt sich dabei in ganz unterschiedlichen Medien, die im Rahmen dieses Moduls für ein gegenwartsbezogenes historisches Lernen nutzbar gemacht werden. Ausgangspunkt sind dabei populärkulturelle Darstellungen, die mit enzyklopädischen Texten, mit der Präsentation von Kunst in Ausstellungen sowie mit komplexen Sachtexten verknüpft werden sollen. Auf diese Weise werden ganz unterschiedliche Medien auf die Konstruktion des "Eigenen" und des "Anderen" hin befragt. Während ein Bewusstmachen der eigenen Fremdwahrnehmung des Islam und des Orients am Beginn des Unterrichtsmoduls steht, soll die Lernsequenz mit Reflexionen darüber enden, wie wohl die oft als ‚Andere’ Gedachten uns als Fremde und Andere beschreiben würden.

Inhaltliche Grundlage für die Arbeit in der Sekundarstufe II ist ein anspruchsvoller und komplexer Sachtext zur Konstruktion von antiislamischen Stereotypen vom Spätmittelalter bis in die Zeit des Imperialismus. Der Umgang mit diesem Text kann zugleich wissenschaftspropädeutisches Arbeiten im Fach Geschichte (Erschließen, Strukturieren und Auswerten eines komplexen Sachtextes) fördern.

 

 

 

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