Streit unter Nachbarn

Konflikte um den Bau von Moscheen

Thema

Der Bau von Moscheen gibt immer wieder Anlass für hitzige Diskussionen. Wer beteiligt sich an diesen Diskussionen? Welche Interessen und welche Werte stehen sich hier gegenüber und mit welchen Argumenten werden diese vertreten? Inwiefern sind diese Interessen mit den Prinzipien eines liberalen, pluralistischen und demokratischen Rechtsstaats vereinbar? Und schließlich: Welche Kompromisse lassen sich finden und wie sind diese zu beurteilen?

Lehrplanbezug

Herrschaft, Partizipation und Demokratie; Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie; Identität und Lebensgestaltung im Wandel der modernen und globalisierten Gesellschaft

Didaktische Perspektive

In dem Unterrichtsmodul setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit aktuellen Konflikten um den Bau von Moscheen auseinander und erarbeiten die Positionen, die von den beteiligten Akteuren vertreten werden. Dabei werden in den Materialien sowohl die religiösen als auch die rechtlichen und politischen Aspekte der Diskussion angesprochen. Ziel des Moduls ist die Stärkung der Urteilskompetenz der Schülerinnen und Schüler in der Auseinandersetzung mit einem exemplarischen Konflikt in der Migrationsgesellschaft, der bisweilen mit sehr polarisierten Positionen ausgetragen wurde. 

Ausgangspunkt des Moduls ist eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Ebenen der Konflikte um den Moscheebau in Deutschland. Besondere Bedeutung kommt dabei der Perspektive von Muslimen zu, die im Bau von Moscheen auch ein Zeichen der Zugehörigkeit und der Verwurzelung in Deutschland sehen. Zugleich kann hier auch auf rechtspopulistische Argumentationen eingegangen werden, die sich trotz einer grundgesetzlich verbriefter Religionsfreiheit aus grundsätzlichen Vorbehalten gegenüber dem Islam gegen den Bau von Moscheen aussprechen. 

In methodischer Hinsicht greift das Modul außer auf vorbereitete Quellentexte auch auf eine Webrecherche zurück, bei der die SuS eigenständig Informationen und Hintergründe zusammentragen und diese zugleich quellenkritisch bewerten. 

Die Informationen dienen als Grundlage für eine Podiumsdiskussion in der Klasse, in der die Schülerinnen und Schüler die Debatte exemplarisch nachstellen und die unterschiedlichen Positionen beurteilen.

Die Diskussion bietet schließlich die Möglichkeit, nach ähnlichen Konflikten in einer pluralistischen Gesellschaft zu fragen und Ansatzpunkte einer möglichen Handlungsstrategie im Sinne einer konstruktiven Lösung aufzuzeigen.

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