Wie zeigt sich Homo- und Transphobie?

Mit Zivilcourage gegen homo- und transphobe Vorurteile und Ausgrenzung

Ablaufplan

  1. Stunde 1: Was ist "normal"?

    1. 1 . Einstieg und erste Erarbeitung

      Dauer 15 min
      • Die SuS werden in Kleingruppen aufgeteilt. Jede Gruppe erhält das vorstrukturierte Plakat (Material 1).
      • Die SuS ordnen sich je einer Frage auf dem Plakat zu. Sie überlegen, was ihre Gedanken zu der Frage sind und notieren ihre Antworten im entsprechenden Feld auf dem Plakat.
      • Nach kurzer Zeit gibt die Lehrkraft das Signal zum Wechseln. Das Plakat wird im Uhrzeigersinn gedreht und die SuS lesen die nächste Frage sowie die bisherigen Kommentare und notieren wiederum ihre Gedanken.
      • Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis alle SuS alle Fragen einmal kommentiert haben.
    2. 2 . Präsentation und Sicherung

      Dauer 15 min
      • Die Jugendlichen lesen alle Kommentare auf dem Plakat ihrer Kleingruppe.
      • Sie klären in der Kleingruppe Verständnisfragen.
      • Die SuS markieren in jedem Feld einen Beitrag, der ihnen besonders wichtig erscheint.
      • Sie bestimmen in jeder Kleingruppe ein bis zwei Personen, die die ausgewählten Beiträge im Plenum vorstellen.
      • Sie diskutieren im Plenum über die vorgestellten Kommentare, die Lehrkraft moderiert.
      • Die Plakate werden anschließend sichtbar im Raum aufgehängt.
    3. 3 . Vertiefung

      Dauer 8 min
      • Die Lehrkraft zeigt den SuS das Video über das Kind im lila Kleid.
      • Sie äußern im Plenum erste Eindrücke und Gedanken zum Video.
      • Zu Zweit versuchen sie, einen Titel für das Video zu finden.
    4. 4 . Präsentation und Sicherung

      Dauer 7 min
      • Die Zweier-Teams stellen ihre Titelvorschläge im Plenum vor. Die SuS diskutieren die Vorschläge. Die Lehrkraft moderiert.
  2. Stunde 2: Umgang mit Homo- und Transphobie

    1. 5 . Einstieg und erste Erarbeitung

      Dauer 10 min
      • Die SuS erhalten Beobachtungsaufträge (Material 3). Alle bekommen einen der Beobachtungsaufträge zugeteilt und lesen ihn sich durch. Die Lehrkraft sollte bei der Verteilung darauf achten, dass Jugendliche, die leistungsstärker sind, eher die längeren Beobachtungsaufträge übernehmen und umgekehrt.
      • Die Lehrkraft erklärt, dass sie den Film über das Kind im lila Kleid nun ein zweites Mal sehen und sich jetzt auf den Beobachtungsbögen kurze Notizen machen sollen.
      • Bei Bedarf kann die Lehrkraft das Video auch kurz anhalten, oder auch noch ein weiteres Mal zeigen.
    2. 6 . Präsentation und Sicherung

      Dauer 10 min
      • Einzelne SuS stellen ihre Gedanken im Plenum vor. Sie stellen Nachfragen und diskutieren die Beobachtungen und Gedanken.
      • Sie diskutieren im Plenum über folgende Fragen:
        > Welche Rolle spielen hier Vorstellungen von "Normalsein?" Welche sind das? Welche Folgen hat das für die verschiedenen Personen in dem Video?
        > Wie gehen die Personen in dem Video mit Erwartungen an "normales" Mädchen- bzw. Jungesein um? Welche Haltungen haben die Personen in dem Video dazu?
        > Wie kommt es zu einer Veränderung dieser Haltungen und warum?
      • Die Lehrkraft moderiert die Diskussion.
    3. 7 . Zweite Erarbeitung

      Dauer 15 min
      • Die Lehrkraft teilt die SuS in Kleingruppen auf. Jede Kleingruppe bekommt die Geschichte von der Jugendlichen Constance (Material 4). Die Kleingruppen sollten aus nicht mehr als max. 4 Jugendlichen bestehen.
      • Die Kleingruppen bearbeiten die Arbeitsaufgaben.
    4. 8 . Sicherung

      Dauer 10 min
      • Die SuS wählen je Kleingruppe eine Expertin oder einen Experten, die/der die Geschichte von Constance vorstellt. Die Expertinnen und Experten der anderen Gruppen ergänzen.
      • Die Expertinnen und Experten tauschen ihre Eindrücke aus. Leitfragen:
        > Wer ist das? Was ist dieser Person passiert?
        > Was ist eurer Meinung nach das Problem hier in der Geschichte?
        > Was denkt ihr über die Geschichte dieser Jugendlichen?
      • Hinweis:
        Die Fragen sind bewusst allgemein gehalten. An dieser Stelle soll zunächst nur ein Kennenlernen der Geschichte stattfinden. Die vertiefende Auseinandersetzung erfolgt in Stunde 3.
  3. Stunde 3: Vertiefung und Reflexion von Handlungsoptionen

    1. 9 . Einstieg und erste Erarbeitung

      Dauer 10 min
      • •Die SuS finden sich wieder in den Kleingruppen zusammen, in denen sie in der letzten Stunde die Geschichte von Constance erarbeitet haben. Jede Gruppe erhält ein Plakat (Material 5).
      • Sie diskutieren in den Kleingruppen über die Fragen auf dem Plakat und notieren ihre Antworten in den entsprechenden Feldern des Plakats.
    2. 10 . Präsentation und Sicherung

      Dauer 20 min
      • Je eine Kleingruppe stellt ihre Ergebnisse im Plenum vor, die anderen Gruppen ergänzen.
      • Die SuS stellen Nachfragen und diskutieren die Ergebnisse auf den Plakaten. Die Lehrkraft moderiert.
      • Abschließend werfen die SuS noch einen Blick auf die Plakate der ersten Stunde zu „Normalsein“ (Material 1). Sie diskutieren gemeinsam darüber, ob die Ergebnisse der bisherigen Stunden zu irgendwelchen Veränderungen ihrer ersten Gedanken auf den Plakaten geführt hat.
    3. 11 . Vertiefung und Abschluss

      Dauer 15 min
      • Die Lehrkraft erzählt den SuS vom Projekt „Zeit für Helden“ und dass hier mit versteckter Kamera geschaut wird, wie Menschen darauf reagieren, wenn Schwule und Lesben angegriffen werden.
      • Hinweis: Die Lehrkraft sollte sich über das TV-Projekt „Zeit für Helden“ informiert haben und kurz erläutern, in welchem Rahmen das Video eingebettet ist.
      • Die Lehrkraft zeigt das Video „Homo vs.Hetero“ (Material 6).
      • Die SuS äußern Nachfragen und Kommentare.
      • Die Lehrkraft moderiert eine Diskussion im Plenum zu folgenden Leitfragen:
        > Was denkt ihr über das Projekt? Was ist eurer Meinung nach die Idee dahinter?
        > Fandet ihr die Situationen, die da gezeigt wurden, realistisch?
        > Habt ihr schon mal etwas ähnliches gesehen oder erlebt? Ist das auch so abgelaufen oder ganz anders?
        > Erinnert euch an die Geschichten von dem Kind im lila Kleid und von Constance. Hätte den beiden ähnlich geholfen werden können, wie die „Helden und Heldinnen“ es hier tun?
        > Ging es bei den Beiden auch um solche Erfahrungen oder liegt bei ihnen das Problem eher woanders?
        > Was ist eurer Meinung nach bei diesem Projekt sinnvoll und gut, was könnte problematisch sein?
        Hinweis:
        Falls SuS von eigenen Diskriminierungserfahrungen erzählen, ist von der Lehrkraft darauf zu achten, dass diese sich nicht rechtfertigen müssen. Diskriminierungserfahrungen können je nach Person sehr tiefreichende Wirkung haben. Gleichzeitig ist es wichtig, keine Hierarchie zwischen unterschiedlichen Diskriminierungserfahrungen aufzustellen. Derartige Erfahrungen besitzen immer unterschiedliche Dimensionen und auch Gefahren, jedoch ist es nicht ratsam, Schüler*innen eigene Erfahrungen bzw. die damit verbundenen Gefühle abzusprechen.

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