Bedeutung und Wirkung von NS-Gedenkstätten

Vor- und Nachbereitung einer Exkursion

Thema

Dieses Modul wurde im Rahmen des Projektes „Geschichten in Bewegung: Erinnerungspraktiken, Geschichtskulturen und Historisches Lernen in der deutschen Migrationsgesellschaft“ entwickelt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" und der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.


Um lokale Ausprägungen und Akteure sowie Biografien von Opfern nationalsozialistischer Verfolgung „greifbarer“ zu machen, entscheiden sich viele Lehrkräfte dazu, mit der Klasse einen außerschulischen Bildungsort aufzusuchen. Vor Ort sollte ein mehrstündiges pädago­gisches Programm gebucht werden. Ziel dieses Vor- und Nachbereitungsmoduls ist es, die Schüler*innen (S*S) zu inspirieren über die erinnerungskulturelle Bedeutung und Aktualität von Gedenkstätten zu reflektieren und eigene Fragen und Zugänge zu entwickeln.

Lehrplanbezug

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg; Demokratie und Diktatur; Totalitäre Syste­me/National­sozialismus, Außerschulische Lernorten und Gedenkstätten, Geschichtskultur im Geschichtsunterricht.

Erwartete Kompetenzen

Methodenkompetenz, Medienkompetenz, Urteilskompetenz, Geschichtskulturelle Kompetenz.

Didaktische Perspektive

Das vorliegende Modul dient als Gelenkstelle zwischen schulischem Geschichtsunterricht und gedenkstättenpädagogischen Formaten an den Orten ehemaliger NS-Konzentrations­lager. Indem der Besuch in der Gedenkstätte in eine Unterrichtsreihe eingebettet wird, bietet es viel Raum für Vor- und Nachbereitung und damit eine Einbindung der Exkursion in schulische Prozesse historischen Lernens.

Das Modul hat zum Ziel, dass die Schüler*innen (S*S) sich am Beispiel von Gedenkstätten aktiv mit Geschichtskultur auseinandersetzen und ihre geschichtskulturelle Umgebung erkun­den. Ein Schwerpunkt liegt dabei darauf, dass die S*S sich selbst als geschichtskulturelle Akteur*innen begreifen, die sich zu den sie umgebenden Strukturen verhalten und positio­nieren.

Damit dies gelingt, ist das Modul subjektorientiert ausgerichtet und ermöglicht viel Raum, selbst zu recherchieren und eigene Anknüpfungspunkte zur Geschichte des Nationalsozia­lismus zu entdecken und die individuellen Erfahrungen beim Besuch einer Gedenkstätte zu reflektieren. Dabei steht vor allem die Bedeutung von NS-Geschichte in der Gegenwart im Vordergrund. Gegenwarts- und Lebensweltbezüge ermöglichen es, Gedenkstättenbesuche als Teil der sozio-kulturellen Praxis der Lernenden und der Gesellschaft, in der sie sich bewegen, zu begreifen.

Die Auseinandersetzung mit Positionen, die sich mit der Frage eines „angemessenen“ Umgangs mit der Geschichte des Nationalsozialismus beschäftigen, schult die Medien- und Methodenkompetenz. Insbesondere die Auseinandersetzung mit aktuellen Debatten um rechtsextreme Angriffe auf den Denkort Bunker Valentin in Bremen gibt Einblicke in eine Kontroversität auf der Ebene historischer Deutungen, die plurale Bezüge seitens der S*S ermöglichen. Indem sie verschiedene Positionen in ihrem Kontext betrachten, werden sie dazu angehalten, selbst Positionen zu bestehenden Kontroversen zu entwickeln, wobei die Urteils­kompetenz und die eigen-sinnige und produktive Aneignung von Geschichte durch die Entwicklung eigener Narrative im Vordergrund steht. Zentral ist dabei, dass das Modul interaktiv angelegt und auf einen Dialog ausgerichtet ist, ohne dass Deutungen vorgegeben werden, damit eigene Zugänge entwickelt werden können.

Sie können auch die gesamte Materialsammlung zusammen mit dem kompletten Text dieser Unterrichtseinheit herunterladen.

Download des Moduls