Vielfalt im Fußball

Für Respekt und Toleranz

Sachinformation

Worum geht es?

Fußball verbindet Sportler und Fans rund um den Globus. Wenn das Spiel im Mittelpunkt und die eigene Mannschaft im Fokus der Aufmerksamkeit steht, können Gemeinschaftsgefühle gestärkt und Barrieren überwunden werden. Doch leider ist Fußball nicht nur von Freude am Sport geprägt. So bilden Fußball und Gewalt in vielen Stadien oft eine untrennbare Einheit. Gewalt äußert sich dabei nicht ausschließlich in Form tätlicher Angriffe, sondern auch verbal gegenüber Spielern der gegnerischen Mannschaft und deren Fans. Vor allem Spieler, deren Migrationshintergrund äußerlich erkennbar ist, sind den verbalen Attacken aus dem gegnerischen Fanblock immer wieder ausgesetzt. Ebenso schwer haben es homosexuelle Fußballspieler, deren sexuelle Orientierung oft im Verborgenen bleibt. Ein jahrelanges Versteckspiel und die ständige Angst, entdeckt zu werden, sind die Folge. Dass unsere Gesellschaft noch lange keinen selbstverständlichen und toleranten Umgang mit Homosexualität im Allgemeinen und vor allem im Spitzensport pflegt, hat das Coming Out des früheren deutschen Nationalspielers Thomas Hitzlsperger gezeigt. Zeitungen und Talkshows überboten sich mit Statements zu dieser mutigen Entscheidung. Doch mutig kann so ein Coming Out nur dann genannt werden, wenn die sich outende Person Repressalien befürchten muss. Die Welle der anerkennenden Berichterstattung ist insofern zugleich ein Indiz für die mangelnde Offenheit und Toleranz diesem Thema gegenüber.

Es wird deutlich, dass viele der angedeuteten Konflikte eine gesamtgesellschaftliche Relevanz besitzen,  die weit über den Profi-Fußball hinausreicht und deshalb in diesem Unterrichtsmodul eingehend behandelt werden soll.

 

Welche Materialien werden verwendet?

Als Einstieg in das Thema werden drei Videoclips der UEFA, der FIFA und des DFB zu Respekt, Anti-Rassismus und Religion sowie zu Integration gezeigt, die das breite Spektrum an kultureller, nationaler und religiöser Vielfalt im Fußball deutlich machen (Material 1-3). Sie zeigen, dass das gemeinsame Spiel und die damit verbundenen Ziele verbindend, versöhnend und integrativ wirken können.

Dass Fußball auch mit vielen Konflikten einhergehen kann, zeigen die Statuten der FIFA:

„Nicht-Diskriminierung und Kampf gegen den Rassismus: Jegliche Diskriminierung eines Landes, einer Einzelperson oder von Personengruppen aufgrund von Rasse, Hautfarbe, ethnischer, nationaler oder sozialer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand, sexueller Orientierung oder aus einem anderen Grund ist unter Androhung der Suspension und des Ausschlusses verboten.“ (FIFA-Statuten  http://de.fifa.com/sustainability/anti-discrimination.html)

Und in den Spielregeln der FIFA heißt es: „Spieler dürfen keine Unterwäsche mit Slogans oder Werbeaufschriften zur Schau tragen. Die vorgeschriebene Grundausrüstung darf keine politischen, religiösen oder persönlichen Botschaften aufweisen. Ein Spieler, der sein Hemd oder Trikot hochzieht, um Slogans oder Werbeaufschriften zur Schau zu tragen, wird vom Ausrichter des betreffenden Wettbewerbs mit einer Strafe belegt. Das Team des Spielers, dessen vorgeschriebene Grundausrüstung politische, religiöse oder persönliche Botschaften aufweist, wird vom Ausrichter des betreffenden Wettbewerbs oder der FIFA bestraft.“  (FIFA 2/2014 http://de.fifa.com/mm/document/footballdevelopment/refereeing/81/42/36/log2013de_german.pdf)

Genau diese Statuten treffen im Fall des kanadischen Sikh Aneel Samra, der wegen Tragen eines Turbans die Spielerlaubnis entzogen bekam, kontrovers aufeinander. Sein Fall bildet die Basis einer Dilemmadiskussion (Material 4) zum Thema.

Die nationale Vielfalt unserer Fußballmannschaften können sich die Lernenden durch Internetrecherchen zum Heimatverein sowie zur Bundesliga und zur Deutschen Nationalmannschaft (Material 5) bewusst machen. Damit wird auf die Diskrepanz im Verhalten dem eigenen Verein und dem gegnerischen Spieler gegenüber aufmerksam gemacht.

Ist der Respekt vor kultureller Vielfalt schon oft nicht gegeben, so fällt die Toleranz gegenüber Homosexualität im Männerfußball noch geringer aus. Hintergründe, Selbstverpflichtungen und konkrete Maßnahmen des DFB werden anhand der Berliner Erklärung zur Selbstverpflichtung der Vereine (Material 6) erarbeitet.

Abgerundet wird die Einheit durch Vorschläge des DFB zur Integrationspolitik in den Vereinen. Konkrete Tipps und Regeln zum Umgang mit kultureller, religiöser und sexueller Vielfalt in den Vereinen bilden den Abschluss des Themas (Material 7).

 

Weiterführende Literatur

Sie können auch die gesamte Materialsammlung zusammen mit dem kompletten Text dieser Unterrichtseinheit herunterladen.

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